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Elevator Pitch zur Adventszeit

Letzte Woche nahm ich an einem Online Seminar zum Thema Elevator Pitch teil.

Das Seminar war sehr gut, denn auf 2 Trainer trafen nur 2 Teilnehmer. Also gab es für jeden von uns beiden ein sehr ausführliches Feedback.

Da Lamm HR ja meine Firma ist, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass das schon passt, mit meinem Pitch.

Das fanden die beiden Trainer auch – zum größten Teil.

Eigentlich ist jedem klar, dass es in der Personalberatung keinen wirklichen USP geben kann. Versprechen in Richtung „Ich finde immer den richtigen Kandidaten und dann am besten auch noch in 24 Stunden“ wird es von mir nie geben.

Also warum sollte sich ein Kandidat oder ein Ansprechpartner auf Kundenseite trotzdem dafür entscheiden mit uns zusammenzuarbeiten?

Wofür steht Lamm HR? Für den Mensch hinter dem CV

Ja das habe ich rübergebracht, die Frage, die für meine Zuhörer offenblieb, war das: WIE macht ihr das?

Darüber habe ich lange nachgedacht. Reden, nachfragen, sich Zeit nehmen, für das Gegenüber, ernsthaftes Interesse zeigen.

Am Wochenende war ich dann auf der Suche nach einem Text für den 13.12.23. An diesem Tag, wird bei uns zu Hause, der lebendige Adventskalender stattfinden.

Dazu blätterte ich das Buch „Rituale für Hipster & Heilige und alles dazwischen“, von Steve Kennedy Henkel durch.

Dabei fand ich diesen Text:

Insta scrollen, online Überschriften querlesen,

Überblickswissen scannen.

Um nicht in der Überflutung der Reize zu ertrinken,

musst du sicher an der Oberfläche navigieren.

Nur die Tiefe – bleibt auf der Strecke.

Dabei steckt die Wahrheit jedes Menschen in seiner Tiefe,

nicht an der Oberfläche die er morgens auflegt.

Dabei wohnt die Liebe im Detail,

nicht im Vorbeigehen.

Rituale für Hipster & Heilige und alles dazwischen von Steve Kennedy Henkel

Und da musste ich wieder an meinen Elevator Pitch denken. Ja genau, so ist es. Das ist es was uns unterscheidet. Wir wollen bei den Menschen, mit denen wir arbeiten in die Tiefe gehen.

Die Geschichte der Menschen entdecken.

Letzte Woche hatten Petta und ich ein gemeinsames Vorstellungsgespräch mit einem Kandidaten. Der Lebenslauf, naja, veraltet würde ich sagen.

Falsche Reihenfolge, keine Details.

Aber wir nahmen uns Zeit, den Menschen dahinter kennenzulernen.

Das führte dazu, dass wir seine Geschichte erfuhren. Er kam in den 80ern aus dem Ausland nach Deutschland, um zu studieren. Hat hier promoviert, sein Post Doc absolviert, 2 erfolgreiche Firmen mitbegründet, hält mehre Patente und hat unzählige Veröffentlichungen.

Die Firmen wurden beide verkauft und vor ein paar Jahren entschloss er sich, der Familie wegen, wieder zurück in seine ursprüngliche Heimat zu gehen.

Statt mit dem Geld, dass er durch den Verkauf der Unternehmen erhalten hatte, ein entspanntes Leben zu führen, baute er in der Heimat ein KRANKENHAUS und leitete dieses.

Das hätte er bestimmt auch noch gerne viele Jahre getan, aber leider ist in diesem Land, Anfang diesen Jahres, der Krieg wieder ausgebrochen und das Krankenhaus wurde zerstört.

Damit hat er alles verloren, was er sich in seinem Leben erarbeitet hatte.

Zum Glück haben er und seine Familie die deutsche Staatsbürgerschaft und konnten im Mai nach Deutschland evakuiert werden.

Und jetzt ist er hier, mit 63, auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle.

Der Mann hat uns im Gespräch tief beeindruckt. Stand diese Geschichte in seinem CV? Nein!

Hätten wir sie erfahren, wenn wir nur mit ihm seine Fachkenntnisse durchgegangen wären? Nein!

Und wenn mich jetzt jemand fragt, wie wir das machen, den Mensch in den Mittelpunkt stellen, dann kann ich antworten: genauso!

Indem wir uns auf die Suche nach der Geschichte des Menschen hinter dem CV machen.

P.S. Wenn jemand einen auf der Suche nach einem absoluten Experten auf dem Gebiet der Diagnostik ist, bitte unbedingt bei mir melden.